Herbst 2020: Große Überraschung im Pfarramt Klagenfurt! Ein Paket aus Kamerun - und darin 150 Corona-Masken in den buntesten Farben und in fünf Größen! "Unser" Nähprojekt in Kamerun hilft uns, geschützt durch die Pandemie zu kommen! Die Masken haben wir dan in mehreren Gottesdiensten verteilt - viele von Ihnen haben sie wahrscheinlich zuhause!
Hier nun der Jahresbericht des Nähprojekts "Der solidarische Schnitt / Coupe Solidaire" in Kamerun:
Mit August 2019 hat ein neuer Ausbildungszyklus gestartet, der Ende Januar 2021 beendet wurde. Vier Frauen haben erfolgreich die Ausbildung zur Schneiderin abgeschlossen, lernten die Grundfertigkeiten des Nähens und Schneidern und konnten bereits eigene kleine Nähprojekte umsetzen.
Im Dezember 2019 ist eine Schülerin wegen Umzugs aus dem Ausbildungsprogramm gefallen. Ein Ersatz war jedoch schnell gefunden, da sich immer mehr Frauen für die Ausbildung interessieren als freie Plätze sind.
Auch Kamerun wurde im März 2020 von der weltweiten COVID-19-Pandemie getroffen. In Kamerun gab es keinen vergleichbaren Lockdown wie in Europa. Die Auswirkungen der Pandemie treffen jedoch wie allerorts die Ärmsten am stärksten. Trotz der Einschränkungen wurde unter Einhaltung der von der WHO vorgegebenen Schutzmaßnahmen die Ausbildung der vier Frauen fortgesetzt. Der Unterrichtsmodus wurde an die COVID-Situation angepasst und jede Frau einzeln an einem anderen Wochentag unterrichtet. Dadurch, dass nicht alle Frauen gleichzeitig in der Nähwerkstatt unterrichtet wurden, konnte das Risiko einer Ansteckung reduziert werden.
Aufgrund des Mangels an Schutzmasken haben die Schülerinnen begonnen, Masken zu nähen, die sie an Familienangehörige wie auch Mitglieder ihrer Kirchengemeinde verteilt haben.
Auch für die SpenderInnen und UnterstützerInnen in Österreich wurden Masken genäht. Dass die Masken so gut angekommen sind und die positiven Rückmeldungen von der Gemeinde Klagenfurt haben die Frauen sehr gefreut und motiviert.
Wie bei den letzten Ausbildungszyklen auch schon, erhielten die auszubildenden Frauen umgerechnet rund 38 Euro an Taschengeld im Monat, um sich die Ausbildung „leisten“ zu können. Das Taschengeld wurde an die aktive Teilnahme und Anwesenheit der Frauen bei der Ausbildung geknüpft und am Ende jedes Monats ausgezahlt.
Da es bei diesem Ausbildungszyklus weniger Auszubildende gab, wurde erstmals ein Startkapital für die Absolventinnen eingeführt. Die Frauen erhalten hierbei keine Geldleistung, sondern Nähutensilien und –zubehör, mit dem sie auch zu Hause Näharbeiten umsetzen können.
Im Februar 2021 hat ein neuer Lehrgang gestartet, der bis Ende Juli 2022 dauern wird. Diesmal werden 6 Frauen ausgebildet. Dabei wird ein neuer Ansatz ausprobiert: es werden drei arbeitslose, besser ausgebildete Frauen und drei arbeitslose Frauen mit geringer Schulbildung im Schneidern ausgebildet. Das Ziel ist, dass die drei besser ausgebildeten Frauen die Frauen mit weniger Schulbildung unterstützen und die Frauen gegenseitig voneinander lernen. Das soll die Solidarität und den Zusammenhalt zwischen den Frauen stärken und schlechter ausgebildeten Frauen mehr Entwicklungsmöglichkeiten geben.
Bezugnehmend auf den letzten Ausbildungszyklus: Téclaire und Victorine haben Wortmeldungen von den aktuellen Absolventinnen gesammelt und übersetzt. Wir hängen diese an den Bericht an.
An dieser Stelle möchten wir uns für die treue und wichtige Unterstützung durch die Pfarrgemeinde Klagenfurt Johanneskirche sehr herzlich bedanken! Wir bedanken uns auch für die Spenden für die Masken und die motivierende Rückmeldung dazu!
Wir verbleiben mit unseren besten Wünschen für eine gute Gesundheit
Victorine Ngo Tam, Téclaire Ngo Tam und Aleksandra Kolodziejczyk
Stimmen der Coupe Solidaire Näherinnen
Hallo, ich bin Ngo Baeg Rebecca. Ich bin 21 Jahre alt, alleinstehend und erwarte in ein paar Monaten ein Baby. Ich habe letztes Jahr bei Coupe Solidaire Nähen gelernt. Dank des Unterrichts, den ich erhalten habe, kann ich jetzt viele Kleidungsstücke nähen, wie z.B. Kabas, Röcke, Kleider, usw. Nach meiner Entbindung würde ich gerne eine Werkstatt eröffnen, weil ich auch weiß, wie man eine Schneidereibetreibt und auch einen Haushalt führt. Ich möchte den Unterstützern in Österreich danken. Ich möchte ein Vorbild für die neuen Lernenden sein. Ich danke Ihnen sehr.
Mein Name ist Ngo Ndigmabe Lisa. Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Ausbildung gemacht habe. Ich bin 22 Jahre alt und habe ein Kind. Mit der Ausbildung, die ich gerade gemacht habe, bin ich mir sicher, dass ich Einkommen für mein Kind erwirtschaften kann. Es ist nur schwierig, sich mit einer eigenen Schneiderei niederzulassen. Wie ich gesehen habe, muss man für eine Nähwerkstatt ein Haus mieten. Das ist ein bisschen teuer. Aber nach und nach werde ich trotzdem zurechtkommen. Victorine hat gesagt, dass ich in die Nähwerkstatt kommen und arbeiten kann, wenn ich Aufträge habe. Ich denke, das ist eine sehr gute Sache. Denn so kann ich Geld sparen und mir nach und nach eine eigene Werkstatt aufbauen. Ich danke allen, die mir geholfen haben. Wirklich, danke, danke. Ich denke, ich kann auch anderen Menschen helfen. Ich danke Ihnen vielmals.
Hallo, mein Name ist Sophie, ich bin 35 Jahre alt. Eigentlich hatte ich schon eine Schulausbildung gemacht. Aber die Arbeit war schwierig. Es ist schwierig. Als ich also hörte, dass Victorine hier Frauen ausbildet und ihnen hilft, habe ich sofort die Chance ergriffen, endlich eine Arbeit zu haben, die es mir ermöglicht, unabhängig zu sein, ohne anderswo nach Arbeit suchen zu müssen. Wir haben hier sehr viel gelernt. Wenn ich sehe, dass ich schon meine eigene Kleidung und die meiner Kinder nähen kann, bin ich so glücklich. Ich werde zuerst zu Hause arbeiten. Da ich eine Nähmaschine bekommen habe, werde ich zu Hause anfangen zu arbeiten und mich nach und nach auch weiterentwickeln. Ich bin also sehr glücklich und dankbar. Ich sage Danke an alle, die uns helfen, ohne uns überhaupt zu kennen. Wirklich, ich danke Ihnen sehr. Das ist alles, was ich sagen kann.










